Der Freigeist I-VI (Paperback) von  4.99 21.90 Leseprobe

Der Freigeist I-VI (Paperback)

Hannes Schumacher
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Ausgehend vom philosophischen Selbstmord des 19. Jahrhunderts und vom politischen Massenmord des 20. Jahrhunderts steht der postmoderne Mensch am Scheideweg, auf der Suche nach sich selbst. Entweder er kehrt zur Religion zurück oder er verneint sie vollständig, allerdings auf Kosten der Kunst und Philosophie.

Im Grunde weiß er aber, dass ihn keiner dieser Wege an einen Ort führt, an dem er sein will: Er will frei sein. Und weil er nur noch vor die Wahl zwischen Club oder Kloster gestellt wird, kann er nicht anders, als sich seinen eigenen Weg zu bahnen, durch die Friss-oder-stirb-Dualismen seiner selbst­verschuldeten Sinnlosigkeit.

Hardcover
168 Seiten, 19,5cm x 12,5cm
ISBN: 978-3-9816351-0-2
Erscheinungsdatum: 01.03.2014

Paperback
172 Seiten, 17cm x 11cm
ISBN: 978-3-9816351-4-0
Erscheinungsdatum: 15.12.2015

e-book
epub, mobi & pdf
ISBN: 978-3-9816351-1-9
Erscheinungsdatum: 01.03.2014

Aph. 178 — Auszug aus Der Freigeist I-VI
Ließe sich auch eine Ästhetik des Grotesken begreifen? Ich kenne diese Ästhetik aus einer Zeit, die ich die Zeit der Überlebenden nennen will. Die Straßen, die Häuser, die Menschen: Alles ist zerstört, alles verdreckt und verlottert, der Müll säumt die Gehsteige, der Monsun prasselt auf die Schlaglöcher ein und bringt den Kanal zum Überlaufen. Die Stadt ist erfüllt vom Lärm der Motoren, verstopft vom Drängen des Verkehrs, vollgestopft, überfüllt ist sie von keifenden Menschlein, die wie ich – nur Überlebende sind. Aber erst was sie Leben heißen: Das will ich das Groteske nennen. Wie sie ihrem kleinen Glauben nacheifern, nach ihrer kleinen Hoffnung streben, der stechenden Sonne zu entrinnen. »Wenig zu denken ist gut«, so heißt ihre Moral. Aber seht ihr nicht auch die Schönheit in diesem Albtraum? wie sie sich gleich dem Staub auf jeder Faser niederlegt? wie sie unablässig an den schweißdurchnässten Körpern kleben bleibt? Als ob es nur diese eine Schönheit gebe, die wir Reinheit heißen: Reinlichkeit will ich sie nennen, die Verwöhnte. Sterben wollte ich nur für das Derbe, für den Dreck – für das Leben!
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